Die erste Honigernte

Veröffentlicht am 19.06.2016
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Fast jeder Imker hat dies zum Ziel: volle Honigeimer. Bei aller Liebe zur Natur ist es doch erfreulich, leckeren Honig von den eigenen Bienen zu bekommen.
SchwarmDas virtuelle Brutnest

Die Bienen waren sehr fleißig, so dass selbst das abgeschwärmte Volk eine ordentliche Honigernte ergeben hat:

Die beiden Völker sind in ihren Eigenschaften recht unterschiedliche:

Volk „Christoph“ ist etwas weniger wabenstet, schwarmfreudig und packt die Honigwaben bis an die Ränder voll. Volk „Svante“ ist sehr sanftmütig, hat keinerlei Ambitionen zu schwärmen und hat ein schönes so genanntes „virtuelles Brutnest“ angelegt. Darunter versteht man das im Bild deutlich sichtbare Phänomen, dass im Honigraum Platz für Brut freigehalten wird. Da die Königin durch das Absperrgitter den Honigraum nicht erreichen kann, wird dieser freie Raum jedoch nie bestiftet (mit Eiern belegt).

Das virtuelle Brutnest vermindert die Schwarmlust. Man motiviert die Bienen zur Anlage, indem man den Brutraum klein hält. Volk „Svante“ habe ich, im Gegensatz zu Volk „Christoph“ recht lange einräumig geführt. Meine Recherchen – im Nachhinein – haben ergeben, dass man den Honigraum mit dem virtuellen Brutnest den Bienen besser lassen sollte. Da ich aber nicht konsequent einräumig geführt habe, hatte dies zur Folge, dass

  1. genügend Futter im Brutraum vorhanden war, aber
  2. der zweite Honigraum noch nicht gut gefüllt war.

Im nächsten Jahr werde ich bei diesem Volk die einräumige Betriebsweise konsequent testen.

Schwarm

Die erste Honigernte war natürlich auch etwas aufregend, denn die Handgriffe sind noch nicht geübt und meist gibt es auch irgendwelche Fallen, in die man trotz umfangreicher Recherche und Gespräche mit anderen Imkern tappen kann. Aber: Es lief alles glatt.

Da ich am Vortag bereits Bienenfluchten eingelegt hatte, waren die Honigräume nahezu bienenfrei. Auch das Entdeckeln ging zügig vonstatten. Und besonders schön war dann der Augenblick, als der erste Honig aus der Schleuder lief.

Insgesamt kam ich auf eine Ernte von ca. 21 Kilogramm. Die ausgeschleuderten Honigräume habe ich dann am selben Tag wieder auf die Völker gesetzt. Bereits nach einer Woche haben die Bienen neuen Honig eingelagert.

Mit dem Refraktometer habe ich 18,2% bzw. 17,7% Wassergehalt gemessen. Daher werde ich den Honig von Volk „Svante“ in Neutralgläsern abfüllen und den Honig aus Volk „Christoph“ in den Gläsern des Deutschen Imkerbundes (D.I.B.). Entsprechend der D.I.B. Richtlinien muss der Honig bei Verwendung dieses Markenzeichens einen Wassergehalt von weniger als 18% aufweisen.

Derzeit warte ich darauf, dass die bestellten Gläser und Etiketten eintreffen, so dass ich den Honig abfüllen kann.

Schon viele Freunde, Bekannte und Nachbarn haben ihr Interesse angemeldet und erwarten ungeduldig den Verkaufsstart.

Druckdatum: 03.10.2017 – 21:43
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