Aus zwei mach fünf

Veröffentlicht am 02.06.2016
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Ein Schwarm, den ich schon eingefangen hatte, ist wieder ausgezogen. Dafür gedeiht ein Ableger prächtig.

Die Imkerei ist eine Materialschlacht.

Als Haustiere kann man Bienen nicht wirklich bezeichnen. Sie leben zwar auch nicht sonderlich „wild“, aber zähmen lassen sie sich auch nicht und kontrollieren schon gar nicht.

Die Wohnung war zu klein

SchwarmNicht hoch, aber auch nicht einfach

Also muss man stets auf alle möglichen Eventualitäten vorbereitet sein. Das bedeutet, immer einen gewissen Vorrat an Zargen, Rähmchen, Mittelwänden, Böden, Innendeckeln und Außendeckeln „auf Lager“ zu haben. Man braucht also Platz. Als Anfänger bin ich noch nicht so umfangreich ausgerüstet. Dies führte nun dazu, dass der Schwarm, den ich am 12. Mai 2016 eingefangen hatte, am 21. Mai (warmes Sonnenwetter) wieder ausgezogen ist. In der Ablegerbeute war es ihm wohl zu eng geworde. Ich hatte das schon befürchtet und wollte just an diesem Tag am späten Nachmittag den Schwarm in eine reguläre Beute umlogieren. Um 12:00 Uhr erhob sich der Schwarm mit viel Gesumms in die Luft und setzte sich in circa 5 Metern Höhe in Nachbars Baum. Meine Nachbarin bat mich noch darum, ihr die Mittagsruhe zu gönnen, so dass wir uns für 14:00 Uhr verabredeten, um den Schwarm erneut einzufangen. Da ich diese Höhe nicht anders erreichen konnte, begann ich nun, mir ein Seifertsches Schwarmfangrohr zu bauen. Um 13:00 Uhr hatten die Bienen keine Lust mehr, auf ihren Imker zu warten und sind auf eigene Faust losgezogen. Zurück blieb neben dem – über sich selbst – verärgerten Imker ein kleines Restvölkchen mit ordentlich bestiftetem Naturbau.

Die verbleibenden Bienen habe ich mit Milchsäure behandelt und in eine reguläre Zarge als Volk “Irma” umlogiert.

Honigraumerweiterung bei Volk Svante

Der erste Honigraum ist schon seit längerem üppig gefüllt. Außerdem hat sich dieses Volk, das eigentlich recht dezimiert aus dem Winter gekommen ist, extrem gut entwickelt. Da nun das entsprechende Material vorhanden ist, bekam dieses Volk einen Brutraum unter- und einen zweiten Honigraum aufgesetzt.

Ablegerbildung

Außerdem hat das Volk Svante noch drei Waben (eine mit offener Brut und Stiften, zwei mit verdeckelter Brut und Futter) für einen Ableger namens „Paul“ gebildet. Die Waben waren allseits gut mit Bienen besetzt und die bald schlüpfende Brut wird das Volk zusätzlich verstärken. Den Ableger habe ich daher am Stand belassen und es hat sich gezeigt, dass der Verlust der Flugbienen sich nicht erkennbar ausgewirkt hat.

Schon wieder ein Schwarm.

Als ich am 25. Mai abends durch unseren Garten ging (es war eher kühles Wetter), habe ich wieder einen Schwarm gefunden. Zuerst hatte ich befürchtet, dass nun das Volk Svante geschwärmt ist und begann, an meinen noch jungen Fähigkeiten zu zweifeln. Bisher konnte ich aber nicht bestätigen, dass der Schwarm aus einem meiner Völker stammt. Auch diesmal hatte sich die Bienen schlecht erreichbar postiert. Sie saßen zwar nicht sehr hoch, aber verteilt um ein Rankgerüst. Beim ersten Anlauf sind ettliche Bienen auf den Boden gefallen, was dazu führte, dass einige meine Hosenbeine als mögliche neue Behausung inspizierten. Das war zwar unangenehm, gestochen wurde ich diesmal aber nicht.

Am heutigen 02. Juni habe ich morgens dann den Schwarm (Volk 5), der auf den Namen „Anja“ hört, umlogiert und mit Milchsäure behandelt. Stifte und erste Brut war vorhanden. Nach der Königin habe ich nicht gesucht, da mir die Zeit fehlte.

Durchsicht mit Freude und Sorge

NachschaffungszelleNachschaffungszelle

Da ich schonmal dabei war, habe ich dann auch die restlichen Völker durchgesehen.

Volk 1 „Svante“ hat den unteren Brutraum und den neuen Honigraum gut angenommen. Alle vier Räume sind gut bevölkert. Den ersten Honigraum bekomme ich kaum noch gehoben: Ich muss bald schleudern. Heute wurde der komplett verdeckelte Baurahmen geschnitten.

Volk 2 „Christoph“ verwirrt mich. Sie wirken etwas lustlos und riechen seltsam. Der Geruch erinnert an vergorenen Honig. Es könnte sein, dass sie wegen der schlechten Witterung nicht ausreichend fliegen konnten und daher einige Bienen in der Beute abgekotet haben. Oder es ist eine Krankheit. Daher werde ich mir morgen die Brut genauer anschauen, um hier eine Erkrankung – hoffentlich – auszuschließen. Der Baurahmen ist erst sehr zögerlich ausgebaut. Es waren nur Spielnäpfchen zu sehen. Der untere Brutraum (die Bruträume wurden im Frühjahr getauscht) ist nur teilweise besetzt. Dieses Volk war geschwärmt.

Volk 3 „Irma“ hat mir eine schöne Nachschaffungszelle präsentiert.

Volk 4 „Paul“ hat mich dann völlig überrascht: Die Königin war gerade dabei, zu schlüpfen. Ich habe sie in Ruhe gelassen und die Beute geschlossen. Das Futter könnte etwas knapp sein, so dass ich hier demnächst etwas füttern werde.

Nächste Aktivitäten

Druckdatum: 03.10.2017 – 21:43
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