Wenn der Imker nicht aufpasst, muss er arbeiten

Veröffentlicht am 13.05.2016
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Kaum hatte ich mich mit der Schwarmkontrolle verspätet, schon war es zu spät.
Imker beim SchwarmfangDa muss er Imker auf die Leiter

Das Schwärmen ist die natürliche Form der Vermehrung eines Bienenvolkes. Allerdings können Bienenvölker heutzutage ohne die Hilfe eines Imkers kaum noch überleben. Dies liegt zum Einen am Parasiten Varroamilbe, gegen den sich unsere Honigbiene (in der Regel) nicht wehren kann, zum Anderen daran, dass es kaum noch Baumhöhlen gibt, in denen sich die Völker ansiedeln könnten, da unsere Wälder meist säuberlich aufgeräumt werden.

Als Imker versuche ich daher, das Schwärmen zu vermeiden. Dies erfordert eine wöchentliche Kontrolle, die auch fest in meinem Kalender eingetragen ist. Dieses Mal hatte ich aber nicht am erforderlichen Tag kontrolliert, und schon war es zu spät. Gestern rief mich meine Frau gegen 17:55 Uhr an und teilte mir mit, dass in unserem Apfelbaum ein Bienenschwarm hänge. Als ich schließlich zu Hause eintraf, fand ich einen wirklich großen Schwarm im Baum.

Ich vermutete – und dies hat sich heute bestätigt – dass der Schwarm aus meinem größeren Volk „Christoph“ abgegangen ist. Er umfasste sicherlich 10.000 Bienen.

Schwarm beim EinzugSchwarm beim Einzug

Leider saß er so ungünstig auf einem dicken Ast, dass ich ihn nicht abschlagen konnte, sondern in mehreren Anläufen mit einem Besen in einen Eimer, und von diesem in die Beute verfrachten musste. Eigentlich sind Bienenschwärme in der Regel äußerst friedlich. Dieses Mal habe ich aber vier Stiche kassiert, von denen zwei (oder doch mehr?) in den Hinterkopf gesetzt wurden. Diese schmerzten zwar am wenigsten, waren aber doch am unangenehmsten, da sich die Bienen als Knäuel in meinen Haaren verfangen hatten.

Außerdem hatte ich auch nicht genügend Material gelagert. Ich befinde mich ja erst in meinem ersten „richtigen“ Bienenjahr. Und so musste ich auf einen Ablegerkasten zurückgreifen, der aber viel zu klein für die große Bienenmenge ist.

Nach vier Anläufen hatte ich dann endlich auch die Königin erwischt. Als ich sie im Eimer entdeckte, habe ich sie sofort in den Kasten eingeschlagen und konnte nun darauf warten, dass ihr die restlichen Bienen folgten. Allerdings konnte ich dies nur mit Schleier beobachten, da sich schon ab drei Metern Entfernung Wächter auf mich stürzten.

Gegen 21:30 waren dann alle Bienen im und am Kasten, so dass ich ihn auf seinen endgültigen Platz stellen konnte.

Am heutigen Tag habe ich dann Gewissheit gewonnen: Der Schwarm stammt aus Volk „Christoph“. Es waren deutlich weniger Bienen in der Beute, als bei der letzten Kontrolle. Allerdings ist das Volk so stark, dass es immer noch zwei Bruträume und einen Honigraum gut besetzt.

Heute Nachmittag habe ich schließlich dem Schwarm eine Futterwabe und einen Leerrahmen zusätzlich zu den beiden Mittelwänden gegeben, die er bereits gestern erhalten hatte.

Erstaunlich finde ich, dass an der Außenseite der Beute bereits in der kurzen Zeit, welche die Bienen dort gestern Nachmittag verbracht hatten, damit begonnen wurde, Wachs an die Beutenwand zu bauen.

Neues Material ist nun auf dem Versandweg zu mir. Sobald dieses eingetroffen ist, wird der Schwarm mit Milchsäure behandelt und in eine vollwertige Beute eingeschlagen.

Druckdatum: 03.10.2017 – 21:43
Die Originalseite finden Sie unter http://localhost:4000/2016/05/13/schwarm.html