Das Bienenjahr hat begonnen – eigentlich

Veröffentlicht am 26.04.2016
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Die Haselblüte zeigt an, dass der Vorfrühling beginnt. Mittlerweile steht die Kirsche in voller Blüte. Nur die Temperaturen entsprechen noch nicht unseren Frühlingserwartungen.
KirschblüteDie Kirsche in unserem Garten steht in voller Blüte

Die Arbeiten des Imkers am Beginn des Frühlings

Der Imker kann seine Tätigkeiten nicht am Kalender festmachen, sondern er muss sich nach der Natur richten. Daher ist für mich weniger wichtig, wann der kalendarische (21. März) oder der meteorologische (1. März) Frühlingsbeginn liegt. Viel relevanter ist die Phänologie, das heißt die Bestimmung der Jahreszeit anhand der Entwicklung bestimmter so genannter Zeigerpflanzen.

Die Blüte von Salweide und Haselnuss zeigt den Beginn des Vorfrühlings an. Die Bienen finden nun ein erstes Pollen- und Nektarangebot und vergrößern ab jetzt ihr Brutnest. Die Völksgröße steigt ab jetzt beständig. Die Bienen benötigen für diese Entwicklung Platz. Daher wird nun (in der auch von mir gewählten Betriebsweise mit geteiltem Brutraum) eine weitere Zarge auf die Vöker gesetzt, die auf nur einer Zarge überwintert wurden.

Die Kirsche ist der erste große Nektarspender: Die Tracht beginnt. Nun beginnen die Bienen, Nektar zu sammeln und Honig zu produzieren. Damit für den Honig genügend Platz vorhanden ist, wird jetzt der Honigraum aufgesetzt. Dieser ist durch ein Absperrgitter vom Brutraum getrennt. Das Gitter bewirkt, dass die Königin den Honigraum nicht betreten kann. Die Waben des Honigraumes dienen also ausschließlich der Honiglagerung.

Im Rahmen des Konzeptes zur Varroabehandlung gebe ich jedem Volk einen Baurahmen. Siehe hierzu den Beitrag zur Varroabehandlung.

Und wie sieht es aktuell aus?

Am 01.04. haben beide Völker je einen Honigraum erhalten. In das Zentrum habe ich bereits ausgebaute Waben gehangen.

Volk „Svante“ verbleibt zunächst auf einer Brutraum-Zarge. Volk „Christoph“ ist bereits zweizargig.

Bei der Kontrolle am 14.04. hatte Volk „Svante“ den Baurahmen noch nicht angenommen. Ich habe ihn daher näher an das Brutnest gehängt. Für gewöhnlich befindet sich der Baurahmen an Position 2 oder 9 (bei insgesamt 10 Rähmchen). Üblicherweise wartet man ab, bis die Ausdehnung des Brutnestes soweit fortgeschritten ist, dass der Baurahmen erreicht wird. Da dieses Volk aber unter einer hohen Varroabelastung gelitten hat, möchte ich möglichst früh Drohnenbrut scheiden können.

Volk „Christoph“ hatte den Baurahmen bereits nahezu komplett ausgebaut. Es war aber nur eine etwas Handteller große Fläche mit verdeckelter Brut vorhanden. Der Rest der Zellen war mit Maden besetzt. Ich belasse den Baurahmen daher noch, da er erst geschnitten wird, wenn er zu großen Teilen verdeckelt ist.

Baurahmen mit verdeckelter DrohnenbrutBaurahmen mit verdeckelter Drohnenbrut (leider unscharf)

Am 23.04. war der Baurahmen bei Volk „Christoph“ weitgehend verdeckelt. Bei Volk „Svante“ war dies zwar noch nicht der Fall, ich habe ihn aber dennoch entfernt, damit ich in beiden Völkern parallel arbeiten kann. Die Drohnenbrut wird etwa alle zwei Wochen entfernt.

Am Gewicht konnte ich gut merken, dass der Honigraum auch schon bearbeitet wird.

Bei Volk „Christoph“ ist die obere Brutraumzarge (dies ist das Brutnest des Vorjahres, da die zweite Zarge untergesetzt wurde) komplett mit Bienen besetzt. Auch in der unteren Zarge und im Honigraum sitzen Bienen.

Volk „Svante“ ist in der Entwicklung noch etwas hinterher. Aber auch hier sind sechs Gassen belegt und auch der Honigraum ist mittig besetzt.

Bei der Kippkontrolle konnte ich keine Anzeichen für Schwarmneigung erkennen.

Die Temperaturen sind derzeit leider sehr niedrig. Nachts kühlt es bis zum Gefrierpunkt ab und auch tagsüber werden 10 Grad nicht erreicht. Dazu kommen noch stärkere Schauer. Die Kirschblüte kann also leider nicht genutzt werden. Ich fürchte, dass dies auch bedeuten wird, dass unsere Ernte in diesem Jahr geringer ausfallen wird, als im sehr üppigen Jahr 2015. Die Völker verfügen über ausreichende Futterreserven und ich hoffe, dass sie die Zeit gut nutzen, um intensive Brutpflege zu betreiben. Ab dem 28.04. sollen die Temperatur wieder bis an die 15 Grad heran gehen, aber es bleibt weiter unbeständig.

Was steht demnächst an?

Auch wenn das Wetter nicht danach passt, muss nun mit der wöchentlichen Schwarmkontrolle begonnen werden. Alle zwei Wochen wird der Baurahmen geprüft und bei Bedarf geschnitten. Wann ein weiterer Honigraum gegeben werden kann, ist noch nicht absehbar.

Im Mai möchte ich gerne einen oder zwei Ableger bilden. Außerdem steht ein Lehrgang zur Honigverarbeitung an, damit ich die offiziellen Gläser und Etiketten des Deutschen Imkerbundes verwenden darf. Außerdem ist dies in meinem Imkerverein die Voraussetzung, um den Schleuderraum nutzen zu können.

Druckdatum: 03.10.2017 – 21:43
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