Die Behandlung gegen die Varroa-Milbe

Veröffentlicht am 17.12.2015
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Mit der sogenannten Restentmilbung werden die brutfreien Völker im Winter gegen die Varroamilbe behandelt, so dass sie unbelastet ins neue Frühjahr starten könne.
Varroamilbe auf einer HonigbieneVarroamilbe auf einer Honigbiene
CC BY 2.0 flickr

Die Varroamilbe (Varroa destructor) ist ein Parasit der Honigbiene und wahrscheinlich der Hauptgrund für das Sterben ganzer Bienenvölker. Sie hat vermutlich – zumindest in unseren Breiten – einen viel höheren Einfluss auf die Bienengesundheit, als z.B. Pestizide.

Die Varroamilbe ernährt sich von der Hämolymphe der Bienen. Sie sitzt sowohl auf den Laven, als auch auf den geschlüpften Bienen. Zum Einen schwächt sie die Biene durch das Saugen der Lymphe, zum Anderen überträgt sie Krankheitserreger auf den Wirt. Zu diesen gehört unter anderem das Flügeldeformationsvirus (Deformed Wing Virus – DWV).

Im Frühjahr werden wir wieder in den Medien hören, wie groß die Verluste im Winter waren. Ein signifikanter Anteil dieser Verluste wird darauf zurückzuführen sein, dass zu viele Milben in den Völkern waren und daher die geschwächten Bienen den Winter nicht überstanden haben. Meist ist das auf einen Behandlungsfehler zurückzuführen. Und auch ich werde vermutlich eines meiner Völker verlieren, weil ich die erste Behandlung gegen die Milbe zu spät durchgeführt habe.

Behandlungsmittel und -methoden

Die Behandlungs-Strategien müssen verschiedene Kriterien erfüllen:

biotechnische Verfahren und Völkerführung

Alleine schon durch Berücksichtigung der Biologie der Varroa-Milbe und der Honigbiene lassen sich wirkungsvolle Maßnahmen ableiten, die ganz ohne den Einsatz von chemischen Mitteln auskommen.

Während der Brutperiode der Bienen befinden sich 90% der Milben in den verdeckelten Zellen. Eine Entfernung der Brut verringert die Anzahl der Milben im Volk also dramatisch. Dies macht sich der Imker wie folgt zu Nutze:

chemische Behandlungsmittel

Varroamilbe auf einer Honigbienenach der Behandlung mit Oxalsäure abgefallene Varroa-Milben

Als die Varroamilbe in den europäischen Bienenbeuten einzog, wurde zunächst versucht, diese mit spezifischen Mitteln zu bekämpfen. Nachteile dieser Mittel sind jedoch, dass sich Resistenzen ausbilden können und Rückstände im Wachs teilweise noch nach vielen Jahren nachgewiesen werden können.

Ätherische Öle sind zwar natürlichen Ursprungs, reichern sich aber im Wachs an und können, bei falscher Anwendung, den Honig geschmacklich beeinflussen.

Die organischen Säuren Ameisensäure, Oxalsäure und Milchsäure kommen natürlicherweise im Organismus der Bienen und der Menschen vor. Resistenzen sind nicht bekannt. Da alle drei Säuren wasserlöslich sind, reichern sie sich nicht im Wachs an. Bei korrekter Anwendung sind keine Spuren der Behandlung im Honig nachweisbar.

Die Behandlung mit organischen Säuren hat sich in den letzten Jahren durchgesetzt. Die Behandlungsmethoden müssen aber ständig verbessert werden. Es ist daher auch wichtig, dass wir Imker uns weiterbilden und den aktuellen Stand der Forschung verfolgen.

Druckdatum: 03.10.2017 – 21:43
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