Die Bienen sind da

Veröffentlicht am 15.06.2015
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Nach langer Wartezeit sind die beiden Ableger nun in unserem Garten aufgestellt und wir beobachten zufrieden das muntere Treiben.

Bienenzüchter können einem schon leid tun. Zumindest jene, die Jungimker mit Ablegern versorgen. Mein Züchter war auf jeden Fall sichtlich von den ungeduldigen Neuimkern genervt, die alle Nase lang nachgefragt hatten, wann die Bienen denn nun endlich kommen.

BrutwabeBienen auf einer Brutwabe

Eigentlich wollte er die Ableger noch zwei weitere Wochen auf seinem Stand behalten, damit die ersten Töchter der neuen Königin noch bei ihm schlüpfen und er ein kräftigeres Volk abgeben kann.

Am vergangenen Samstag (13. Juni 2015) konnte ich sie dann aber doch abholen. Es schwirrte ordentlich von Bienen, denn insgesamt standen ca. 25 Ablegerkästen auf dem Platz und es landen ja nicht immer alle Bienen in der Beute.

Bei der gemeinsamen Inspektion der Waben konnte ich mich davon überzeugen, dass jedes Volk über eine Königin verfügte, eine gute Menge verdeckelter Brut und reichlich Stifte (so nennt man die in die Zellen abgelegten Eier). Außerdem hatten die Bienen Futter und Pollen eingelagert.

Die Rückfahrt mit dem Auto war etwas aufregend, denn ich konnte die Bienen summen hören und die Vorstellung, dass sich auf der Autobahn bei einem Ruck eine Beute öffnet und die Bienen durch das Auto fliegen, war doch etwas beunruhigend. Aber die Wandergurte haben hervorragend gehalten.

Zu Hause angekommen, wurden die Bienen an ihrem zukünftigen Wohnort aufgestellt und die Fluglöcher nur etwa eine Bienenbreite weit geöffnet. Da die Völker noch sehr klein sind und sich um die Pflege der Brut kümmern müssen, können sie nur eine sehr klein besetzte Fluglochwache aufstellen. Daher sind die Völker, wenn die Fluglöcher zu groß sind, ein leichtes Spiel für andere Bienen oder auch Wespen und können der Räuberei zum Opfer fallen.

Es war sehr schön zu sehen, wie die Bienen zunächst einen Orientierungsflug unternahmen. Sie kamen aus dem Flugloch heraus, flogen in aufsteigenden Spiralen über den Stand und dann wieder in die Beute ein. Es war deutlich zu hören, dass eine gewisse Unruhe im Volk war.

Schon am nächsten Tag sah das Flugbild ganz anders aus: Die Bienen flogen aus der Beute heraus und entfernten sich sofort auf dem Weg zu ihrem Ziel. Auch die zurückkehrenden Bienen flogen schnurstracks in Richtung Flugloch. Nur noch sehr vereinzelt näherten sich Bienen von der Rückseite der Beute an.

Ich habe nun eine erste Gabe Flüssigfutter eingestellt. Dieses ist in halbierten PET Flaschen fluglochfern direkt neben der äußersten Brutwabe platziert. Die Fütterung wird nach Bedarf nun ständig fortgesetzt und ich gebe sukzessive neue Mittelwände direkt zwischen äußerer Futterwabe und der Nachbarwabe; also nicht an den Rand.

Nun heißt es: Geduldig sein. Denn natürlich würde ich am liebsten ständig in die Völker schauen und sehen, wie sie sich entwickeln. Aber sie brauchen ihre Ruhe. Es ist jedoch auch am Flugloch zu sehen, dass innen alles in Ordnung ist: Es herrscht reger Flugbetrieb von Nektar- und Wassersammlerinnen und es wird auch Pollen eingetragen. Das Brutgeschäft läuft also in vollem Gange. Am kommenden Wochenende werde ich dann mal sehen, wie es innen aussieht.

Druckdatum: 03.10.2017 – 21:43
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