Frühjahr 2021

Veröffentlicht am 16.05.2021
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Das Wetter ist sehr wechselhaft – im Schnitt recht kühl. Entsprechend zögerlich füllen die Bienen die Honigräume.
Gewichtsverlauf einer Beute im Jahr 2020 Gewichtsverlauf 2020 – Quelle: Trachtnet

Während im letzten Jahr ab April die Honigräume stetig schwerer wurden (siehe Grafik linke Seite), sieht es in diesem Jahr gänzlich anders aus. Teilweise mussten Völker sogar gefüttert werden, damit sie nicht verhungerten.

In der Theorie plant der Imker mit einer Brutpause der Bienenvölker vor dem 31.12., so dass er in dieser Zeit gegen die Varroamilbe behandeln kann. Diese Behandlung wird im Winter mit Oxalsäure vorgenommen. Da diese nicht in der mit Wachsdeckeln verschlossenen Brut wirkt (dort vermehrt sich aber die Milbe), ist die Behandlung nur sinnvoll, wenn die Königin aufgrund der niedrigen Temperatur aufgehört hat, Eier zu legen. In den wärmeren Gebieten Deutschlands hat es entsprechend niedrige Temperaturen nicht gegeben; daher haben manche Völker keine Brutpause eingelegt.

Die Brutpause ist üblicherweise recht kurz, so dass ab Mitte Januar das Brutgeschäft wieder anläuft. Dies hängt jedoch sehr stark vom lokalen Klima und den genetischen Eigenschaften der Bienen ab.

Gewichtsverlauf einer Beute im Jahr 2021 Gewichtsverlauf 2021 – Quelle: Trachtnet

Zwischen dem 07. und 13. Februar gab es in diesem Jahr eine Kälteperiode mit Temperaturen unter 0° Celsius. Dies führte bei vielen Königinnen zu einer Legepause, so dass das Größenwachstum der Völker gestoppt wurde. Daher waren viele Bienenvölker beim Einsetzen der Frühtrachten ungewöhnlich klein.

Gleichzeitig führten wechselhafte und tendenziell niedrige Temperaturen dazu, dass die Trachtausbeute (Nektarproduktion der Pflanzen) sehr gering und schwankend war. Die Volksentwicklung war mittlerweile in Gang gekommen, so dass der Futterbedarf der Völker stetig anwuchs. Die Bilanz von verbrauchtem und gesammeltem Futter war daher oft negativ (siehe Grafik auf der rechten Seite; unterschiedliche Skalierung beachten). Die Imker mussten aus diesem Grund regelmäßig den Futtervorrat ihrer Völker prüfen und teilweise nachfüttern.

Bei unseren Völkern ist das Bild sehr unterschiedlich: Völker, deren Frühjahrsentwicklung zögerlich war, konnten die wenigen Nektarquellen nicht gut nutzen, während sie mit der Versorgung der Brut beschäftigt waren. Daher hatten vor allem diese Bedarf an einer Fütterung. Völker, die sich im Frühjahr sehr schnell entwickelt haben, hatten zwar ihren Wintervorrat aufgezehrt, konnten aber viele Sammlerinnen aussenden, die entsprechend fleißig Nektar eintrugen. Ein solches Volk befüllt derzeit bereits den zweiten Honigrau, während die anderen noch im ersten Raum beschäftigt sind.

Es bleibt weiterhin spannend, wie sich Temperatur und Tracht entwickeln werden. Die Vorhersagen zeigen, dass erst ab ca. dem 25.05. die Tageshöchsttemperatur um 20° liegen wird. Ab diesem Grenzwert fließt der Nektar in relevanter Menge.

Die Originalseite finden Sie unter https://werstener-biene.de/2021/05/16/fruejahr-2021.html